80-jähriges Bestehen der Angela-Fraundorfer-Realschule mit Festakt gefeiert
Angela-Fraundorfer-Realschule Aiterhofen
Gleich dreifachen Grund zum Feiern gab es in den vergangenen zwei Wochen in Aiterhofen: 180-jähriges Gründungsfest des Klosters der Franziskanerinnen, 80 Jahre Realschule Aiterhofen und 20 Jahre Förderverein der AFR.
Den Auftakt zum Schuljubiläum bildeten Aktionen für die Schüler der AFR: Klosterführung mit Blick hinter die Kulissen, Wanderung zum Geburtsort der Ordensgründerin oder Pflanzen eines Baumes im Klostergarten. Auch eine Zeitkapsel mit Erinnerungen und Besonderheiten aus dem Jahr 2026 wurde vergraben sowie ein Jubiläumsfoto mit der ganzen Schulfamilie gemacht.
Zum ökumenischen Gottesdienst, den Pfarrer Weber, Pfarrerin Sophie Roth und Dekan Johannes Plank gemeinsam zelebrierten, lud die Schulgemeinschaft im Anschluss ein. Musikalisch umrahmt wurde dieser vom Schulchor unter der Leitung von Musiklehrer Marius Sachse. In seiner Predigt stellte Pfarrer Weber das Tau-Zeichen in den Mittelpunkt, welches auch das Schullogo der AFR prägt. Das Symbol stehe für Schutz – für die Schule und ihre Gemeinschaft – zugleich aber auch für Auszeiten im Schulalltag, etwa durch Musik-, Kunst- oder Religionsunterricht. Darüber hinaus stehe es für ein Stopp-Signal; wenn Unrecht geschehe, müsse man eingreifen, engagiert handeln. An der AFR würden diese Werte gelebt; sei es durch vielerlei Aktionen wie der Teilnahme an „Schule ohne Rassismus/mit Courage“, der hervorragenden Theatergruppe oder Projekten im Musikunterricht.
In den Fürbitten, vorgetragen von den Zehntklässlern, wurde der Wunsch deutlich, dass ein friedliches Miteinander, eine gute Schulgemeinschaft auch weiterhin das Schulleben an der AFR prägen sollte.
Ehrengäste würdigen Mut und Beständigkeit
Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft sowie aus der Gemeinde konnten von Konrektor Christoph Pleischl und Generaloberin Sr. Maria Kreiner im Anschluss begrüßt werden. Sr. Maria erläuterte, dass es die ganzen Jahrzehnte über Mut gebraucht habe, die Schule durch die Anforderungen der jeweiligen Zeit zu führen; eine Haltung, welche die Schwestern des Klosters Aiterhofen und die Lehrer stets gehabt hätten und die nun mit dem 80. Geburtstag der AFR belohnt werde.
Auch Konrektor Pleischl wünschte der „Jubilarin AFR“ weiterhin viel Kraft und Durchhaltevermögen. Er merkte an, dass man der Schule äußerlich ihr Alter zwar ansehe und daher bald die eine oder andere „Schönheits-OP“ in Form einer geplanten Sanierung und Erweiterung anstehe. Innerlich sei sie jedoch jung geblieben und erfreue sich bei der Schülerschaft nach wie vor großer Beliebtheit.
Adalbert Hösl, Aiterhofens Bürgermeister, wie auch Peter Stranninger, Straubings 3. Bürgermeister, unterstrichen die Bedeutung der AFR für die Schullandschaft der Region Straubing-Bogen aber auch für die Stadt Straubing. Der religiös geprägte Gedanke eines wertschätzenden Miteinanders, eines Eintretens für die Schwachen habe sich seit 80 Jahren an der AFR bewahrt und so seien viele Generationen von Schülern zu mündigen, rechtschaffenden Erwachsenen geworden.
Für Landtagsabgeordneten und 2. Vorsitzenden des Fördervereins der AFR, Josef Zellmeier, war es eine „Herzensangelegenheit“, der AFR zu ihrem 80. Jubiläum sowie dem Förderverein der Schule zu seinem 20-jährigen Bestehen zu gratulieren.
Für eine schwungvolle Auflockerung sorgten die Auftritte der Tanz-AG unter der Leitung von Lehrerin Barbara Leupacher-Rademacher sowie der Schulband (Leader Marius Sachse).
Ministerialbeauftragter Christian Ceglarek hob in seiner Rede hervor, dass die Idee von Sr. Angela Fraundorfer, Begründerin der Schule, weiterbestehe. Der Geist Sr. Angelas sei stets stärker gewesen als die Wirren der Zeit. Bildung mit Kopf, Herz und Hand stehe damals wie heute im Mittelpunkt. Aus Ceglareks Sicht zeige sich das auch in den verschiedenen Elementen, die die AFR ausmache. Sei es der Klostergarten mit frischen Zutaten für die Mittagsverpflegung der Schüler, die Auszeichnung der AFR z.B. als Fairtrade- und als gute gesunde Schule oder auch die enge Vernetzung mit Gemeinde und Vereinen. Dr. Peter Nothaft vom Katholischen Schulwerk skizzierte die erfolgreiche Entwicklung der ursprünglichen Mädchenschule, die sich den gesellschaftlichen Veränderungen optimal angepasst habe und als gemischte Realschule seit 2014 regen Zulauf verzeichne. Ebenso gratulierte Prof. Dr. Matthias Fritsch von der Diözese Regensburg der AFR als einer der ältesten Realschulen im ostbayerischen Raum zum 80. Jubiläum.
Auf die nächsten 80 Jahre!
Schulleiter Ulrich Dengler nutzte den Abschluss des Festaktes für ein Vergelts Gott an alle, welche die AFR über Jahrzehnte geprägt haben. Sein Dank galt den Schwestern des Klosters St. Josef für ihre langjährige Unterstützung, dem Lehrerkollegium, welches den Geist der Schule weitertrage. Und natürlich ein Dank an die vielen Eltern, die der AFR ihr Kind anvertrauten. Dengler würdigte die Leistungen und Aktionen aus den Fachschaften und Wahlfächern, die der Realschule schon viele Auszeichnungen eingebracht hatten. Dass eine kleine Schule den bayrischen Realschulpreis für außerunterrichtliche Aktivitäten erhalte, zeige den Einsatz der Schulgemeinschaft über das übliche Maß hinaus.
„Lasst uns deshalb auch die nächsten 80 Jahre unseren Kindern eine Zukunft an der AFR geben!“ – so beschloss Schulleiter Ulrich Dengler seine Rede, nach der zum Abschluss des offiziellen Teils gemeinsam die Europahymne gesungen wurde. Ein reich gedecktes Buffett wartete da bereits auf die Gäste, welches die Neuntklässler des hauswirtschaftlichen Zweiges unter der sachkundigen Leitung von EG-Lehrerin Elke Thalhauser zubereitet hatten.























