Wie soll man auf die Flüchtlingsströme angemessen reagieren, was unternimmt die internationale Politik bei einem möglichen nuklearen Krieg? Mit Szenarien dieser Art setzten sich die Neuntklässler der Angela-Fraundorfer-Realschule Aiterhofen auseinander.
Sozialkundelehrerin Tanja Bauer hatte in Zusammenarbeit mit Jugendoffizier Klaus Schedlbauer sowie mit Jugendoffizierin Justyna Chylrarechi das dreitägige Seminar zur Weltpolitik organisiert. Die sogenannte POL&IS-Simulation („Politik und internationale Sicherheit“) wurde an der Universität Erlangen entwickelt und gestattet es den Teilnehmern, in Form von Rollenspielen gemeinsam internationale Politik zu erleben.Nach einführenden Erläuterungen zu den Zusammenhängen in der Sicherheitspolitik durch die Jugendoffiziere waren in den folgenden Sequenzen Teamarbeit und Kreativität der teilnehmenden Realschüler gefragt. Jede Entscheidung führte dabei zu individuellen Konsequenzen, die unmittelbaren Einfluss auf den weiteren Verlauf der Simulation hatten. Es galt dabei, inhaltliche Akzente immer wieder neu zu setzen, da die Teilnehmer mit Ereignissen wie Ressourcenverknappung, Umweltkatastrophen und Einsetzen von Migrationswellen, aber auch mit Bedrohungen wie dem internationalen Terrorismus oder Piraterie während der Simulation konfrontiert waren. Berechnungen bei Haushaltsfragen waren ebenso zu bewältigen wie das Abhalten überzeugender Reden beim Aushandeln von internationalen Verträgen (militärische Kooperationen, Handelsverträge etc.). Ebenso waren Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen unter den Gruppen vertreten; auch deren Anliegen galt es zu berücksichtigen, so dass die Interessen der verschiedenen Seiten oft kollidierten und sich eine angeregte Diskussion entwickelte. Am Ende des dreitägigen Seminars erkannten die Teilnehmer, wie komplex Weltpolitik ist und dass es nicht „die eine“ Lösung gibt.
Susanne: Ich war Wirtschaftsminister von Russland und meine Aufgabe war es, mich um die Finanzen und die verschiedenen Güter zu kümmern und zu entscheiden, welche Ausgaben getätigt werden sollten.
Lisa: Als Vertreter der NGO mussten wir dafür sorgen, dass die verschiedenen Regionen mit ihren Entsorgungsgütern nicht über den Grenzwert des regionalen Müllberges kommen. Außerdem mussten wir sie davon überzeugen, umweltfreundlich zu handeln und verschiedenen Umweltprobleme zu lösen.
Daniel: Ich war ebenfalls Mitglied der NGO. Mir hat das Seminar teilweise gut gefallen, da man viel über die Konsequenzen in der Politik erfährt und man aber auch sieht, wie anstrengend das alles ist.
Nadine: Auch ich habe festgestellt, dass Politik gar nicht so einfach ist. Gut fand ich, dass wir alles selbst machen, Formulare ausfüllen und uns in den Rollen ausprobieren konnten.
Natalie und Nadine: Wir waren Wirtschaftsminister von Afrika bzw. Japan. Es war anfangs etwas kompliziert sich mit den ganzen Formularen zurechtzufinden. Auch der Job als Politiker stellte sich komplizierter heraus als erwartet, aber wir haben damit auch einen besseren Einblick in das Leben eines Politikers erhalten.