Ein schillernd grün geschminkter Siebtklässler in Leggins, Stöckelschuhen und Gurkendosenkrone, dazu verquerer Satzbau a la Yoda von Star Wars – Even Sesselmeier übertraf als eitler und hinterhältiger Gurkenkönig Kumi Ori alle Erwartungen. Aber auch die Leistung der anderen AFR-Realschüler war bemerkenswert.
Die bewährte, bunt gemischte Truppe von Siebt- bis Neuntklässlern spielte in diesem Schuljahr „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ von Christine Nöstlinger. Theaterleiterin Mignon Dobler hatte die Bühnenfassung des Jugendromans selbst erstellt und den brandaktuellen, ernsten Kern unter der heiteren Oberfläche klar herausgearbeitet. Untermalt wurde dieses Stück mit liebevollen Arrangements von Musiklehrer Marius Sachse, die von einer dreiköpfigen Schüler- Combo live gespielt wurden.[print_gllr id=4197]
Der Gurkenkönig, der dem zwölfjährigen Wolfgang eines Tages erscheint und dem der Vater der Familie Hogelmann Asyl gewährt, entpuppt sich als manipulativer Lügner. Sohn Wolfgang und der Rest der Familie müssen sich gegen den eigenen Vater (der dem Gurkenkönig gern die finanziellen Versprechungen glaubt) und gegen die Rachepläne des Gurkenkönigs stellen, denn der Kumi Ori will seine aufmüpfigen Untertanen (denken soll das einfache Volk nicht!) auslöschen. Drohender Völkermord, Asylmissbrauch, fairer Umgang mit dem Fremdartigen; all das kam kindgerecht zur Sprache.
Im finalen Showdown wird – zum Glück für das Volk der friedlichen Kumi Ori – der bösartige Gurkenkönig zu Gurkensalat verarbeitet und landet im Kühlschrank der Familie Hogelmann. Das überpointiert-grausige Ende des Stückes wurde vom Team der Licht- und Tontechnik geschickt in Szene gesetzt. Die zahlreichen Zuschauer, darunter auch ehemalige „AFR-Theaterleute“, spendeten allen Akteuren begeisterten Applaus.
Das perfekt auf das Stück abgestimmte Catering (vorbereitet vom Elternbeirat und Hauswirtschaftslehrerin Elke Thalhauser) sorgte nach der Theateraufführung noch einmal für einiges Schmunzeln: Die „Reste des Gurkenkönigs“ konnten als Salat oder Sandwich genossen werden.